Ankunft in Cusco

Veröffentlicht am 06.11.2003

5:00 Aufstehen, 6:00 kommt das Taxi, 7:45 geht das Flugzeug nach Cusco.
Naja, in Wirklichkeit geht die alte Fokker F-28 von Aerocontinente erst um 8:30.
Ich sehe von hier oben zum ersten Mal die Anden mit ihren schneebedeckten Gipfeln.
9:30 Ankunft in Cusco. Tomás erwartet ich. Fahrt zum Convente de Franciscanos „Recoleta“. Zuerst mal Mate-Coca Tee trinken wegen der möglichen Beschwerden die in dieser Höhe (3500m)auftreten könnten.
Danach mit einem VW Käfer Fahrt zur Inka-Ruinenstadt Pikillaqta. Weiter nach Andahuyaillas (alte, reich vergoldete aber verfallene Kirche).
Zurück auf der Straße nach Cusco immer am Rio Urubamba entlang.
Wir halten an einem kleinen Lokal nahe der Straße zum Essen. Dabei fällt mir auf, dass die Landschaft gleich nicht mehr so karg aussieht, wenn man irgendwo bei den Leuten anhält. Zur Begrüßung gibt es etwas gerösteten Mais und dann ein Gericht namens Toqto. Nachdem ich es gegessen hatten sagte man mir, daß es geröstete Haut war. Schmeckte auch so.
In Cusco zurück am Nachmittag.
Jetzt begreife ich erst richtig, dass ich tatsächlich hier bin, auf diesem geschichtsträchtigen fernen Boden. Es ist für mich sehr bewegend.
Beim spärlichen Abendbrot erzählte mir Tomás, daß kaum einer der jungen Franziskaner die hier ausgebildet werden bereit ist, so wie er in den Dschungel zu gehen und auch so wie er dort immer zu leben. Sie wollen alle mehr Komfort oder es sind junge Indios, die sich durch diese Ausbildung einen besseren Lebensunterhalt erhoffen als es bei ihren Familien möglich wäre.
Rundgang durch das etwa 400 Jahre alte Kloster. Überall die sicher noch originalen Gemälde, Balken, Türen, Gänge usw.
Tomás wurde für zwei Wochen hierher gerufen um Unterricht bei den Novizen zu geben.
Am Abend macht sich die Höhe doch etwas im Kopf bemerkbar. Trotzdem sitze ich noch lange mit Tomás in der Küche bei Kaffee und einem Pfeifchen um mir seine Erzählungen über sein Leben und seine Arbeit anzuhören. Da ich nicht so gut spanisch kann erzählt er auf englisch. Das kann ich auch nicht viel besser aber da kann er wenigstens nicht so schnell sprechen wie auf spanisch.
Wann und wie wir nach Satipo und dann weiter direkt in den Dschungel reisen weiß Tomás noch nicht so genau, da er noch einige Dinge zu erledigen hat (Organisieren von Baumaterial und dem dazu nötigen Geld).
Am Samstag wollen wir nach Machupicchu. Diesen Ort auch zu sehen, darauf hatte ich vor der Reise überhaupt nicht gehofft!